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Namenssänger

Wenn ihr betet, dann leiert nicht Gebetsworte herunter wie die Heiden. Sie meinen, sie könnten bei Gott etwas erreichen, wenn sie viele Worte machen.

Mt. 6, 7

Die ganze Zeit sang er vor sich hin, immer das gleiche Lied, immer die gleiche Strophe, immer der gleiche letzte Zeile: „Und deinem Namen geb ich Ehr in Ewigkeit“.

Als ich ihn sehr ernst fragte, welchen Namen er da meint, musste er erst einmal nachdenken, denn er hatte sich noch nie über den Namen seines Gottes Gedanken gemacht. Er kannte mich, und er wusste, dass ich ihn nicht damit durchkommen lassen würde, wenn er jetzt einfach „Jesus“ sagt, aber dies in einem Liede, dessen Text aus einem Psalm Davids entlehnt ist. Ja, er wusste, dass ich Nichtchrist die Bibel kenne, und dass er Christ sich mit dem Hl. Geist und den Wortbrocken der Bücher und Prediger begnügt. Er betreibt Religion, so wie einer monoton arbeitet, er betreibt Religion wie eine Maschine, ganz ohne jedes Bewusstsein dafür, was er da befreit. Er. Nennt diese Haltung übrigens „Anbetung“ und „Lobpreis“. Wie höllisch doch sein Himmel sein muss.

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